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Botanische Illustration

 

Die "BOTANISCHE ILLUSTRATION" ist eine selten gewordene zeitgenössische Malerei im Grenzbereich zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie hat Jahrhunderte alte Tradition.

SOMMERTIP: 

Die naturgetreue Wiedergabe erfordert - neben dem technischen Können - ein "sich einlassen" auf die porträtierten Pflanzen um sie in Ihrem unverwechselbaren Charakter mit allen Details darstellen zu können. Also - auch Details erkennen und sehen lernen! 

 

Das „Botanische Aquarell" hat wenig mit der heute üblichen Aquarellmalerei gemein. Im Zentrum steht das Bestreben, die dargestellte Pflanze mit Genauigkeit, feinem Pinselstrich, Konzentration und Geduld naturwissenschaftlich exakt zu erfassen und sie dabei in eine harmonische Komposition einzubetten. Es erfordert neben dem technischen Können eine besondere Sensibilität gegenüber dem Motiv.

 

Es ist eine hierzulande nur noch von wenigen Künstlern ausgeübte Kunstform, deren perfekte Wiedergabe immer wieder eine spannende Herausforderung ist. Während im englischsprachigen Raum diese Art der Malerei auch in der zeitgenössischen Kunstszene einen überaus hohen Stellenwert besitzt und die „Botanical art" seitens des engl. Königshauses sehr gefördert wird, begann sie am europäischen Festland leider mit dem Siegeszug der Fotografie in den Dornröschenschlaf zu versinken und ist in der heutigen Kunstszene kaum noch existent.

 

Schon in vorchristlicher Zeit wurde die gegenständliche Darstellung von Pflanzen und Tieren (die gleichen Kriterien gelten auch für zoologische Abbildungen) praktiziert. Der Höhepunkt dieser  Kunstrichtung war zweifellos die Zeit zwischen 1500 und 1900. Eine Epoche, in der Wissenschaftler auf ihre Expeditionen in ferne Länder zumeist hervorragende Zeichner und Maler mitnahmen, um die dortige, hierzulande oft unbekannte Tier- und Pflanzenwelt zu dokumentieren. Unzählige Genies kämpften sich durch malariaverseuchte Gebiete oder saßen monatelang auf irgendwelchen Eilanden fest, um - oft unter widrigsten Umständen - die dortige Flora und Fauna für ihre Auftraggeber darzustellen. Ihnen verdanken wir unendlich viele zoologische und botanische Kunstschätze, deren größte Sammlung sich im  „Museum of Natural History" in London befindet. Nur einige berühmte Namen von vielen dieser großartigen Künstler sind beispielsweise Maria Sybilla Merian, die auf der Insel Surinam die verschiedenen Stadien von 1800 Schmetterlingspopulationen darstellte oder George Forster, der 1772 - 1775 James Cook auf der Suche nach „Terra australis" als Zeichner begleitete. Bewundernswerte Kunstwerke schuf auch der Grafiker Augustus Earle, welcher mit Charles Darwin reiste. Und noch heute lassen uns die einzigartigen Abbildungen des begnadeten österreichischen Zeichners Ferdinand Bauer erstaunen. Nicht zu vergessen die beeindruckenden Werke von Albrecht Dürer (Rasenstück, Hase …) und die bezaubernden Blumenabbildungen von M. M. Daffinger. Sie alle haben, neben vielen anderen großartigen Künstlern, ihre Motive - seien es Pflanze oder Tier gewesen - naturwissenschaftlich exakt erfasst.

 

Erfreulicherweise besinnt sich die Wissenschaft auch hierzulande zunehmend wieder darauf, dass eine Fotografie - und sei sie auch noch so perfekt - die Präzision einer guten botanischen oder zoologischen Illustration nicht zu übertreffen vermag.